Wirtschaft und Recht

PRAKTIKUMSBERICHT von Ally-Lee Michel, 9a

 

Praktikum in der Kanzlei Dr. Bader & Partner




Zwischen Kopierer und Kaffeemaschine? Das ist eine Lüge!

Ich war mir eigentlich von Anfang an ziemlich sicher, dass ich mein Betriebspraktikum in einer Kanzlei machen würde, da ich mich schon immer gefragt habe, ob der Beruf eines Rechtsanwalts etwas für mich wäre. Die Frage, um welches Rechtsgebiet es gehen sollte, war schon schwieriger zu beantworten. Ich wollte nichts, das mit zu viel Papier zu tun hat, sondern im besten Fall einen Bereich, bei dem man sich mit Menschen auseinandersetzen kann. Nach vielen Überlegungen und Google-Suchen konnte ich mich dann nicht zwischen Strafrecht und Familienrecht entscheiden. Also bin ich auf die Suche nach Kanzleien gegangen, in der Anwälte von beiden Gebieten arbeiten. Fündig bin ich dann bei der Kanzlei Dr. Bader & Partner geworden. 
                          

Ich machte mich also am 19. Februar 2016 zu Fuß auf den Weg zur Kanzlei, die ihren Sitz am Hauptmarkt hat. Dort angekommen, wurde ich zuerst den verschiedenen Anwälten vorgestellt, die alle wirklich sehr nett waren. Darauf folgte dann eine kurze Einführung in die Arbeitsgebiete eines Anwalts. Mir wurden die verschiedenen Bereiche der Kanzlei, die ihren Schwerpunkt auf Strafrecht legt, vorgestellt und erklärt, was den einen vom anderen abgrenzt. Nachdem ich meine Unterschrift unter eine Verschwiegenheitserklärung gesetzt hatte, damit ich keine privaten Informationen über Mandanten und Fälle an Dritte weitergebe, durfte ich mich in eine Strafrechtsakte einarbeiten, worüber ich hier aber natürlich nicht schreiben darf. Allein über diese Erlaubnis war ich schon sehr glücklich, da mir vor dem Praktikum von vielen verschiedenen Seiten prophezeit worden war, dass ich die Woche nur zwischen Kopierer und Kaffeemaschine verbringen werde.

Aber es sollte noch besser kommen: Am folgenden Tag wurde mir bekannt gegeben, dass ich den Rest der Woche bei unterschiedlichsten Verhandlungen der Anwälte dabei sein durfte, darunter auch eine im Bereich Familienrecht. Deswegen ging es in den nächsten Tagen für mich ins Land- und Amtsgericht Nürnberg und in das Amtsgericht Fürth. Alle Verhandlungen dort waren unterschiedlich, aber dennoch sehr interessant. Beispielsweise hatte ich das erste Mal mit der Staatsanwaltschaft zu tun oder machte die Erfahrung, dass es ganz unterschiedliche Richtertypen gibt. Oder ich saß (ziemlich verblüfft) in einer Verhandlung im Bereich Strafrecht, als eine Zuschauerin aufstand und durch den Raum "Das ist eine Lüge!" brüllte, nachdem der Angeklagte seine Sicht der Dinge kundgetan hatte. Nach dem zweiten Mal musste der Richter ihr androhen, sie aus der Verhandlung auszuschließen, bevor sie ihre Beherrschung wiedergewann.        
                                       

Diese ganzen, teils komplett verschiedenen Erfahrungen, haben mir einen sehr guten Einblick in den Beruf des Rechtsanwalts gegeben. Ich könnte mir auf jeden Fall vorstellen, einmal einen Beruf in dieser Richtung auszuüben, da mir in der Woche bewiesen wurde, dass Anwalt zu sein nicht bedeutet, nur am Schreibtisch zu sitzen und mit Bürokram beschäftigt zu sein.


 

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